231 Angststörungen und Depression: jedes 4. Kind ist betroffen

Shownotes

**Darum geht es in dieser Folge ** Psychische Auffälligkeiten, Angststörungen und Depressionen bei Kindern und Jugendlichen nehmen spürbar zu. Gleichzeitig wird vieles noch immer übersehen, kleingeredet oder als „Pubertät“ abgetan. Uli und Bernd sprechen darüber, warum genau das gefährlich ist: Eine Angststörung springt nicht über Nacht aus der Hecke. Sie entsteht oft schleichend, wenn Kinder über längere Zeit zu viel Stress erleben und zu wenig Sicherheit, Selbstwirksamkeit und echte Verbindung erfahren.

Wir Eltern reden gern davon, dass wir nur das Beste für unsere Kinder wollen. Das stimmt meistens auch. Der unbequeme Teil ist: Manchmal entsteht genau daraus Druck. Wir wollen es gut machen, also kontrollieren wir. Wir wollen schützen, also verhindern wir Erfahrungen. Wir wollen Zukunft sichern, also machen wir Schule wichtiger als Beziehung. Und dann wundern wir uns, warum Kinder innerlich eng werden.

Diese Folge ist ein Wachrüttler. Nicht im Sinne von Panik, sondern im Sinne von Verantwortung. Wenn Dein Kind sich zurückzieht, ständig Bauchweh hat, Schule verweigert, sich selbst abwertet oder vor alltäglichen Situationen übermäßig Angst bekommt, ist das kein Charakterfehler. Es ist ein Signal. Und Signale werden nicht besser, wenn man sie ignoriert.

Folge uns: 👉 Instagram: https://instagram.com/gemeckerfrei 👉 Facebook: https://facebook.com/groups/gemeckerfrei 👉YouTube: https://www.youtube.com/@gemeckerfrei

Transkript anzeigen

00:00:00: Es ist schon erschreckend, wenn man die Zahlen erliest.

00:00:06: Wie viele Menschen und wie viel gerade explizit auch Kinder- und Jugendliche an sich an wirklich diagnostizierten Angststörungen und Depressionen leiden?

00:00:18: Ja

00:00:18: oder psychisch ne Erkrankungen

00:00:19: ja

00:00:20: und ja auch es sich so dass also ich sage jetzt mal so das zu uns mit unter mehr Menschen kommen, deren Kinder da irgendwelche Schwierigkeiten haben ist ja erst mal relativ logisch.

00:00:42: Und gleichzeitig wenn ich einfach so Teilnehmern und Kundenspreche zu sagen, okay.

00:00:51: Wie viele Kinder das eigentlich betrifft?

00:00:54: Die schon seit Monaten in der Klinik sind die schon ewig auf dem Klinikum Platz warten.

00:01:01: also Und das hat eigentlich dazu geführt dass ich gedacht habe komm lass mal gucken wie es denn da eigentlich aktuell die sozusagen die Faktenlage.

00:01:11: weil jetzt wenn wir so an unsere Kindheit zurückdenken Kann ich mich jetzt eigentlich nicht erinnern, dass das damals ein Thema gewesen wäre, der es mir zumindest aufgefallen

00:01:25: wäre?

00:01:26: Hinterher muss man natürlich aufpassen.

00:01:28: Damals

00:01:29: war auch die Depression und so was mit dem ganz anderen ... Stieg mal,

00:01:37: vieles ist nicht diagnostiziert.

00:01:40: Da muss man sich schon sehr klaren drüber

00:01:42: sein.

00:01:42: Man muss unterscheiden.

00:01:44: Gleichzeitig gibt es ja auch Zahlen wie stark das gestiegen ist in den letzten zwanzig Jahren oder so.

00:01:48: Von dem her glaube ich schon, dass natürlich ein Teil der Zahlen auf die höhere Erwähnis zurückzuführen ist.

00:01:56: Aber eben auch unabhängig davon sind es aus meiner Sicht zu viele.

00:02:01: Ja

00:02:02: genau!

00:02:02: Wo ja an sich Kinder und Jugendliche von Energie sprühen sollten und Spaß haben sollten und nicht schon unter solchen Lasten

00:02:14: leiden.

00:02:14: eigentlich Hallo und herzlich willkommen

00:02:21: Hier beim Gemäckervrei-Podcast,

00:02:22: dem Podcast für liebevolle Beziehungen

00:02:24: in der Familie

00:02:26: als

00:02:26: Paar und mit dir selbst.

00:02:28: Wir sind Oli und Bernd Bott wir sind Eltern von vier Kindern wir sind Spiegelbestsellerautoren

00:02:32: die Gründer vom Gemäcker frei und freuen uns dass du anscheinend also das du hier bist und dass du an scheinen zu den Eltern gehörst die wissen wollen, wie heute Elternsein wirklich funktioniert.

00:02:47: Und wenn du jetzt hier eingeschalten hast, dann willst du eben auch wissen ... Wie geht es eigentlich?

00:02:53: Dass du dein Kind davor bewahrst, psychisch zu erkranken oder was du tun kannst, wenn da schon Anzeichen zu erkennen

00:03:07: sind, sagen wir mal

00:03:08: so.

00:03:09: Da wollen wir heute einfach mal drüber sprechen.

00:03:11: Ja, haben Sie schon im Intro die Zahlen erwähnt?

00:03:13: Also das ist diese... Das

00:03:15: sind die

00:03:15: Zahlen gibt eigentlich genau und ich würde jetzt die Erste hier schon mal reinschmeißen.

00:03:20: Das sind quasi nach einer Studie, zwei Tausend vierundzwanzig gemacht sind.

00:03:26: Dreiundzwantig Prozent aller Kinder- und Jugendlichen haben also psychische Auffälligkeiten oder Angst zu

00:03:31: stören.

00:03:34: Das muss man sich einfach mal bewusst machen.

00:03:36: Jedes vierte Kind hat eine diagnostizierte Angststörung.

00:03:42: Also jedes vierte kind, das heißt ...

00:03:46: Wenn du zwei

00:03:48: Kinder hast und jedes deiner Kinder hat einen Freund ist statistisch gesehen, hat einer davon von den vier Kindern eine diagnostizierte Angststörung.

00:04:02: Was ja so total wichtig dabei ist zu sehen, dass das Wort diagnostiziert.

00:04:09: Weil es gibt ganz viele Kinder ... Das ist bei Kindern und Erwachsenen.

00:04:15: Wir können auch noch auf die Zahlen gucken, wie das bei den Erwachsenden aussieht.

00:04:20: wird ja ganz oft gar nicht diagnostiziert, weil wir gar nicht auf die Idee kommen.

00:04:25: Oder weil es gar nicht so schlimm ist, dass wir das für krankhaft halten.

00:04:31: Das ist bis heute noch so ... Dass ein Kind hört, jetzt hab dich nicht so, stell dich nicht an oder man dann halt sagt, dass das auf die Pubertät

00:04:42: schiebt?

00:04:43: Ja, also das gibt's ja.

00:04:45: dass Jugendliche in der Pubertät anders drauf sind und Räge werden, sich auch mal eine Zeit lang viel in ihrem Zimmer verbringen.

00:04:54: Kann es ja durchaus geben?

00:04:55: Ja das kann normal sein oder das kann halt die Symptome sein.

00:04:58: Das ist halt immer die Frage was kommt noch dazu also?

00:05:03: und dreiundzwanzig Prozent ist halt einfach verdammt viel.

00:05:09: Und jetzt haben wir halt so ein haben wir ja so ein Konklamorat, wie das entsteht.

00:05:13: Zum einen gibt es eben Studien... zum Beispiel diese aktuelle Studie aus vom letzten Jahr über die syrischen Flüchtlingsfrauen, wo eben untersucht worden ist, wie sich Traumata genetisch übertragen, dass quasi alle schon die Traumater unserer Großmütter

00:05:37: Bekommen wir genetisch mit.

00:05:39: Genau,

00:05:39: da kann man bestimmte also vierzehn verschiedene Genmarke haben die da gefunden wie man halt in unseren Genen findet sozusagen und das ist der eine Aspekt, der andere Aspekt ist halt soziales Lernen, dass wir halt das übernehmen.

00:05:53: Ist ja auch witzig wenn man früher so in der Wissenschaft hat gab es immer die Diskussion was eigentlich Veranlagung, was jetzt gedächtig wäre.

00:06:02: Als ich in der Gummi-Rotodilter war es die Frage Umwelt oder eher Anlage?

00:06:07: Anlage

00:06:07: oder Umwelt.

00:06:08: Inzwischen weiß man halt wie immer das ist die Goldene Mitte.

00:06:11: Es spielt halt beides mit Reine Rätseln.

00:06:12: aber jetzt haben wir da diese Trauma Übertragungen bringt ja macht sie auf zwei Ebenen schwer weil jetzt gehen wir mal von der Großmutter aus und betrachten mal drei Generationen.

00:06:23: Die Großmütter hat also traumatisches erlebt in irgendeiner Form.

00:06:28: Jetzt wird das auf die Mutter übertragen, die Mutter überdreht es wieder auf die Kinder.

00:06:32: Jetzt hat die Mutter aber ja auch noch das Problem dass sie von der Großmutter nicht nur genetisch übertragend bekommen sind und sie hat's ja auch gelernt,

00:06:38: so soziales

00:06:39: Lernen.

00:06:40: Ja voll!

00:06:40: Und Sie hat ja noch zusätzlich von Ihrer eigenen Großmütter also von der Ur-Großmutter... Genau,

00:06:45: das ist ja schon da so.

00:06:46: Also das kannst jetzt ewig zurückspielen, dann bleibt immer noch bis zu was Übelstes quasi so gesehen.

00:06:52: Und jetzt ist die Mutter aktuell.

00:06:55: Wenn sie nicht jetzt wirklich aktiv was dagegen tut, hat es hier wieder das gleiche Verhalten und gibt es an ihr Kind weiter

00:07:03: durch soziales Lernen.

00:07:04: Durch

00:07:04: soziales lernen, alles kindweiter plus die Genetik und da addiert sich das ja auf.

00:07:09: Ja voll!

00:07:10: Und deswegen können jetzt die Gründe dafür und es hilft einem auch immer nichts groß die Grünen zu wissen.

00:07:17: aber dieses ganze Ding ist schon etwas was ich über Generationen ja auch aufbaut ein Stück weit plus.

00:07:23: wir leben halt in der Zeit die nicht gerade dafür geeignet ist, entspannte Menschen zu kreieren.

00:07:30: Weil wir halt einen Dauerfeuer an Stressoren haben auf unsere Erwachsene und auch nicht auf uns Kinder.

00:07:39: Warte mal, wenn ich mich noch ziemlich kindeschaue.

00:07:44: Wir diesen Dauer-Feuer haben und dadurch stecken wir alle in den großen... Das sind eigentlich eine große Zahl Hamster, die ihre Rede antreiben.

00:07:55: Also das sind ja verschiedene Aspekte, dass wir zum einen halt erlernt haben, dass Wir denken, wir sind nur wertvoll wenn wir leisten Dass wir dadurch in diesem Hamsterrad drin stecken Zum anderen, dass unser ganzes System so krass auf Anpassung ausgelegt ist und so wenig Raum lässt für Individualität oder individuelle Bedürfnisse.

00:08:20: Und dann führt es halt ja schon dazu, dass wir auch unter den Erwachsenen einfach schon eine echt hohe Zahl haben von Menschen die jedes Jahr mit einer psychischen Erkrankungen auch wieder diagnostiziert werden, ne?

00:08:38: Das sind irgendwie ... forty-neun Prozent.

00:08:42: Und das sind auch wieder nur die, die diagnostiziert sind.

00:08:46: D.h.,

00:08:46: also die Dunkelziffer ist gerade bei den psychischen Erkrankungen halt immens hoch... Ich finde

00:08:52: aber schon vierzig Prozent schon schlimm genug.

00:08:55: Als Kind vielleicht im Normalfall, d.h.

00:08:59: normalfall, aber eben klassisch hast du eine Mama und ein Papa.

00:09:02: Ja!

00:09:03: Und einer von beiden hat eine psychische Störung, also psychische Erkrankung in irgendeiner Form die diagnostiziert ist.

00:09:12: Fast einer von beiden ja so und jetzt wenn er eben mal die Dunkelziffern dazu nimmt zu sagen, einer von Beiden ist psychisch belästet.

00:09:21: Ja

00:09:22: genau.

00:09:23: Und das ist das was wir ja wieder vorleben, was wir unseren Kindern vorleben Total wichtig in dieser Podcastfolge, das soll jetzt nicht so eine Depri-Folge werden.

00:09:33: Im Sinne von es ist so vor also die Welt geht unter und alles ist schrecklich.

00:09:38: Sondern es geht uns ja eigentlich darum dass wir dafür Bewusstsein schaffen weil wir gehen.

00:09:43: Ich glaube wir gehen gesellschaftlich gesehen immer noch davon aus dass das die anderen betrifft.

00:09:49: Ja genau Und im Endeffekt müssen wir jeder Einzelne diesen Seikel durchbrechen, oder diese Kette weitergeben.

00:09:59: Jede Einzelle muss die noch... Schau, wenn ihr ein Paar seid und jetzt seid ihr beide nicht in diesem Vierzig-Prozent aber jeder von euch hat vielleicht zu fünfundzwanzig Prozent eigentlich schon Angststörungen immer das jetzt im Prozent oder

00:10:10: so?

00:10:11: Oder zu siebzig Prozent dann ist es ja noch nicht

00:10:14: diagnostiziert Aber zweimal Siebzig prozent geben das an ihre Kinder weiter schon wieder

00:10:18: Du hast halt voll krass.

00:10:20: Und wenn du gerade in der stressigen Phase bist und das ist man meistens, während Kinder klein sind dann tritt sowas ja noch stärker zu Tage.

00:10:27: In der Zeit wo du grad super relaxed bist Das tritt es ja gar nicht so zu Tage.

00:10:32: Menschen sind ja nicht linearer, das ist immer wieder unterschiedlich.

00:10:34: Ja und die Schwierigkeit dabei ist halt dass wir einfach mal hingucken müssen wo durch eigentlich auch Angststörungen entstehen weil weil des ja jetzt nix wo man sagt okay das sind ja Nicht die traumatischen Erlebnisse.

00:10:48: also Es sind die wenigsten menschen Die aufgrund von einschneidenden Traumatischen Erlebnissen Also was weiß ich?

00:10:56: Von einem Kind wenn ein kind mit erlebt den Elternteil steht oder wenn ein Kind einen Unfall hat, also irgendwie so diese Krassen.

00:11:04: Das was man als traumatisches Erlebnis so

00:11:08: im... Dramatisches Einzelerlebnis bezeichnet.

00:11:12: Die

00:11:12: Fälle sind echt total leicht weil das weißt du ja.

00:11:15: Ja genau damit kann man arbeiten.

00:11:18: Wenn du mal gesehen hast, also allein wir uns gesehen wie deine Katze überfahren worden ist vom Auto, was sie jetzt für den Kind schon glücklich sein

00:11:24: kann,

00:11:25: aber dann wissen die es alle.

00:11:26: Dann kannst du dich auch normalerweise daran erinnern

00:11:29: Ja, oder du kannst damit arbeiten.

00:11:31: Und da kannst

00:11:32: du damit arbeiten?

00:11:32: Also die Eltern wissen es zumindest und so weiter.

00:11:35: Das ist eigentlich, so dumm sich das anhört relativ easy weil du was greifbar hast.

00:11:40: Das hat viel Schlimmerer und das war's bei vielen Menschen schwer, weil du es dann gar nicht bemerkst sind ja diese Bindungstraumatare.

00:11:53: Wenn Kinder erleben dass ihr Umfeld nicht in der Form sicher ist, wie sie das bräuchten um... damit Sie sich entspannen können.

00:12:06: Und da geht es einfach ganz stark darum, wie präsent sind wir als Eltern?

00:12:17: Wie reagieren wir auf die Kinder?

00:12:19: Wie oft sind wir wirklich da wenn wir da sind?

00:12:22: und wie oft sind Mit dem Kopf bei der Einkaufsliste, mit dem Kopf ... Bei der Arbeit.

00:12:29: Mit dem Augen im Handy, also halt einfach wie oft vertrösten wir das Kind und... Also das ist der eine Aspekt, der eben zu Bindungstraumata führt.

00:12:40: Und der andere ist eben das mit dieser Anpassung, dass die Kinder schon von klein auf und da jetzt auch zu sehen, dass das schon noch mal verstärkt wurde durch frühzeitigere außer Hausbetreuung und Ganztagsbetreuungen, wenn ich damals als ich noch Erzieherfortbildungen gegeben habe.

00:13:01: Da gab es halt dann erste Krippenstudien um rauszufinden was das eigentlich mit den Kleinkindern macht, wenn die in der Krippe betreut werden.

00:13:10: und da haben die Forscher damals, es war Lise Lotte Arnert und andere, die hatten damals herausgefunden also ist jetzt schon zwanzig Jahre her ja passt schon.

00:13:24: und da haben die damals herausgefunden, dass wenn ein Kind unter guten Bedingungen, guten Betreuungsbedingungen, also das hieß damals irgendwie einen Erwachsener für drei Kinder.

00:13:35: Was ja oft schon mal nicht U-Drei was nicht einzuhalten ist aber dass wenn sie länger als vier Stunden am Tag außer Haus betreut worden sind es hat sich der Stresslevel des Kindes summiert.

00:13:51: Also da ist der Stresslevel von Montag bis Freitag so sehr angestiegen, dass Samstag und Sonntag nicht mehr ausgereicht hat um am nächsten Montag wieder auf dem Level des Vormontags zu sein.

00:14:02: Das heißt das Kind hat da... also es haben die da schon festgestellt, dass sich quasi der Stress-Level des Kindes pöp, apöapö und das sind nicht immer ... zehn Prozent oder was, aber das ist halt steigend.

00:14:15: Wenn du jede Woche ein bisschen gestresster bist als in der Woche davor, dann summiert sich das

00:14:22: halt.

00:14:22: Ja weil ich meine so ein Kind geht dann fast zwischen sechsunddreißig und vierzig Wochen im Jahr in die Kita, wenn du so Schließzeiten- und Urlaub ein bisschen betrachtest?

00:14:30: Nee wahrscheinlich sogar, aber es ist ja

00:14:31: egal.

00:14:32: Ja,

00:14:33: mit

00:14:33: Schulferien sind's ungefähr acht, sechsund dreißig bis achtunddreizig Wochen.

00:14:38: Kita hat ein bisschen weniger zu, deswegen sind es ja vielleicht bis um vierzehn Wochen.

00:14:43: Und da sind die Pausen einfach zu gering oder die Dauer ist halt so hoch dass der Stress sich nicht mehr abbauen kann und sowas schleppst du dann ja mit durch das Leben.

00:14:54: Der Körper stellt sich komplett auf den Stresslevel ein.

00:14:58: Das wird dann auch wieder schwieriger wenn du dann mal fünfzehn-zwanzig Jahre alt bist.

00:15:05: Da reicht jetzt aber nicht nur eine Woche Urlaub Du bist einfach schon ein Grundstresslevel gewöhnt und unser Körper, unser ganzes System ist ja anpassungsfähig.

00:15:13: Deswegen habe ich so lange überlebt als Tierart quasi die zum Menschen geworden ist.

00:15:22: aber da ist diese Anpassung halt total doof weil es total schwierig ist da wieder rauszukommen oder immer schwieriger wird.

00:15:26: deswegen ist das halt so wichtig dass man da anfängt bei den Kindern und Jugendlichen um da halt schon zu gucken, dass die gar nicht so stark hineinrutschen.

00:15:35: Ja, weil das ist der nächste Zahl, den wir gerne noch mit euch teilen wollen – Wir einfach auch im Verlauf der Kindheit sehen können, wie sich das verändert.

00:15:49: Und jetzt gibt es zum Beispiel eine Studie die besagt dass ich in den letzten also zwischen zwanzig neunzehn und zwanzich vierundzwanzig also da ist war natürlich Corona auch mit dabei aber eben nicht nur Corona dazu geführt hat, dass die Anzahl der Angststörungen bei Mädchen zwischen fünfzehn und siebzehn Jahren um dreifünfzig Prozent gestiegen ist.

00:16:17: Ja also dreiundfünfzig prozent?

00:16:19: Also jedes zweite ...

00:16:23: Nee das stimmt.

00:16:24: Das war nur

00:16:24: der Anstieg.

00:16:25: Ich wollte es irgendwie anders sagen.

00:16:27: Es ist einfach wenn's vorher hundert waren sind jetzt hundertdreifünfzig.

00:16:34: hat sich von, ja so, bei einerinhalb Facht insgesamt die Zahl.

00:16:40: Ja genau und

00:16:42: das ist halt immer wichtig sind ja immer Bewegungen ja es ist ja nicht man kann jetzt dann kann man nicht sagen was ist normal sondern da sieht man einfach ganz klar dass es da eine Veränderung gibt nach oben.

00:16:52: Ja und jetzt ist sehr wichtig Jetzt ist ja wichtig, zu sehen.

00:16:58: Wir wollen mit dieser Folge einfach Bewusstsein dafür schaffen.

00:17:01: Weil jetzt ist es wichtig, so eine Angststörung zu sehen, die entwickelt sich nicht über Nacht.

00:17:06: Also du bist nicht irgendwie zehn Jahre alt oder jetzt fünfzehn Jahre alt, gehst abends schlafen und wachst am nächsten Morgen auf ... Und hast ne Angststörung?

00:17:16: Sondern das ist ja wie wir gerade schon gezeigt haben, dass sich der Stresslevel bei diesen Kindern Pö-ab-Pö erhöht.

00:17:24: Das führt halt dann dazu, dass zum Beispiel in der Pubertät mit den Veränderungen die da noch drin sind das halt nochmal anders zum Tragen kommt.

00:17:38: Und jetzt haben wir gesagt okay diese Anpassung ist ein Aspekt von wie halt Angststörungen und psychische Erkrankungen entstehen, die viel zu frühe Anpassungen wir von unseren Kindern erwarten, auch so dieses in der Schule still sitzen.

00:17:55: Also ich meine es gibt halt Kinder für die funktioniertes Schulsystem aber für die allermeisten funktioniert's halt nicht so richtig gut.

00:18:01: Ja

00:18:02: wie dies funktioniert haben sich meistens schon vorher angepasst.

00:18:04: das ist dann auch...

00:18:06: oder es funktioniert vielleicht für die tatsächlich besser als für andere.

00:18:10: mag ja sein Es gibt halt, da wird viel Anpassung erwartet.

00:18:19: Dann haben wir halt viel Leistungsdruck.

00:18:21: also im Sinne von du bist nur gut wenn

00:18:24: und was mir dann noch wichtig ist das Leistungs- druck von Eltern aus entsteht auch ohne dass du sagst Du bist nur Gut Wenn, also du musst... Also einerseits gibts natürlich die Eltern die wollen gerne als ihr Kind oder ein Lebensberater Rechtsanwalt Steuerberater, naja das will vielleicht, weiß ich nicht.

00:18:40: Es ist egal irgendein so einen klassischen Arzt oder sonst was Leistungsberuf.

00:18:45: Das ist offene Leistungsdruck auch nicht geil.

00:18:48: aber auch wenn du Angst hast dein Kind könnte die Schule nicht schaffen.

00:18:51: Wenn Du Angst hast um die Zukunft deines Kindes weil es jetzt in der vierten Klasse oder in der dritten Klasse schlechte Noten hat Wenn du solche Ängste hast, auch das ist Leistungsdruck am

00:19:02: Ende.

00:19:04: Wenn du dein Haus putzt weil du dir denkst wenn du es nicht tust was die Nachbarn denken.

00:19:09: Das ist auch schon Leistungstruck und das ist wieder der soziale Lernen was Kinder von uns ja wieder übernehmen.

00:19:16: also das ist alles Leistungstrucks.

00:19:18: und dann kommt noch ein Aspekt dazu der halt Angststörungen bei Kindern befeuert was ich finde, was schon in den letzten Jahren einfach noch mal zugenommen hat.

00:19:30: Und das sind so diese überbehütenden Eltern ... Als Eltern und da hab' ich mich früher auch dazu gezählt, würde ich sagen, dass ich überbehüternd war an der einen oder anderen Stelle weil ich wollte es halt so gut machen.

00:19:45: also ich war so unter Leistungsdruck quasi das mit den Kindern gut zu machen, dass sich aufgrund dessen dann quasi so über die Kinder gehelikoptert bin.

00:20:00: Und denen so wenig Freiraum gelassen habe, wo sie sich selber entfalten konnten.

00:20:06: und je mehr du dich halt behütest, je ängstlicher man auch als Eltern ist das den Kindern was passieren könnte umso größer ist die Wahrscheinlichkeit dass die Kinder Angststörungen

00:20:18: entwickeln.

00:20:19: Ja

00:20:20: und das passiert ja heutzutage.

00:20:22: also das finde ich nimmt schon zu Das Eltern auch sagen, mein Kind kann jetzt nicht allein zur Schule oder alleine in die Stadt.

00:20:33: Wir haben letztens erst jemand getroffen und gesagt hat hier ist er voll sicher.

00:20:40: Hier kann der einfach alleine zu seinem Freund gehen.

00:20:43: Jetzt in München wird sie das sich nicht trauen.

00:20:45: und so weil es wäre zu unsicher.

00:20:49: Und ich will gar nichts über die allgemeine Gefährdungslage an der Stelle sagen.

00:20:53: Ich will nur sagen, dieses Verhalten von uns Eltern befeuert Angststörungen bei den Kindern.

00:21:00: und gerade oft sind es ja genau die Eltern, schon sehr bewusst damit sind, dass sie ihre Kinder nicht unter Leistungsdruck setzen.

00:21:09: Die gleichzeitig dann immer wieder Sorge haben, dass die Kinder sich nicht geliebt fühlen könnten und jedes Bedürfnis ihnen von den Lippen ablesen

00:21:22: Schutzkorn

00:21:23: packen.

00:21:25: Was halt dann wieder dazu führt, dass das Kind sich deshalb wenig zutraut?

00:21:30: Ja weil wenn sich jemand nichts zutreut hat er ja Angst davor sich in eine unsichere Situation zu begeben.

00:21:37: was ist die Definition von Angst?

00:21:39: klar nur wenn ich halt gewohnt bin da sich auch mal unsicheren Situationen aushalte.

00:21:45: Also keine Ahnung, dass mir auch im Schulweg mal ein Platteninfahrrad kommt und ich jetzt halt irgendwie lösen muss.

00:21:49: Oder

00:21:49: die Kette rausspringt.

00:21:51: ja!

00:21:51: Die ist immer gut drauf, morgens vor allen Dingen ist sie immer sehr net drausgesprungen.

00:21:55: Nein aber ja solche Sachen sind Erlebnisse wo du als jüngeres Kind erst einmal Stress kriegst.

00:22:02: Das ist aber gut der Stress, weil du musst es lösen.

00:22:05: Du kriegst das gelöst und du lernst, dass da nicht... Dass es nicht so schlimm ist auch wenn du im ersten Moment in den Tränen ausbrechen könntest, weil denkst du scheiße jetzt komm ich hab noch zwei Kilometer und gebrich jetzt fordert nach Hause und es fängt dann zu donnen oder was auch immer.

00:22:17: Aber aus diesen Situationen lernen ja Kinder, dass es nicht schlimm ist selbst wenn sie davor Angst haben.

00:22:25: Die legen sich nicht an Straßengraben und warten, dass irgendwas von selber passiert sondern man tut dann etwas.

00:22:32: Das ist ja die Fähigkeit, die man braucht, um eben keine Störungen daraus zu entwickeln.

00:22:35: Um resilient zu werden?

00:22:37: Ja,

00:22:37: um resilient zu sein und zu lernen.

00:22:40: Da sind ... Ich kann mit Herausforderungen umgehen.

00:22:44: Das ist das, was Kinder dabei lernen.

00:22:47: Und das lernen sie nicht, wenn wir alle Herausforderungen Ihnen schon sozusagen aus dem Weg räumen.

00:22:56: Und gleichzeitig ... was auch wieder Angststörungen befeuert, ist halt so eine Verhaltensweise von uns Eltern.

00:23:07: Dass wir das ... Wenn ein Kind jetzt vor irgendwas Angst hat, dass es nicht ernst nehmen.

00:23:12: Wenn wir sagen, jetzt stell dich nicht an oder natürlich gehst du in den Keller weil du brauchst da keine Angst haben vor dem Dunkeln.

00:23:18: Weil in dem Moment hattest kind die Angst und das ... Natürlich krieg ich eine Angststörung etwas anderes wie Angst vom Keller zu haben.

00:23:26: Also Angst vorm Dunkeln zu haben, hat nichts mit einer Angststöhrung zu tun.

00:23:30: aber Wie wir versucht haben, dir... Das zu verdeutlichen ist, dass eine Angststörung ja nicht von heute auf morgen aus der Hecke springt.

00:23:38: Sondern das sich die entwickelt.

00:23:40: und wenn ich halt als Kind zum einen wenig Herausforderungen hab, denen ich überhaupt begegnen kann weil ich so überbehütet werde Wenn ich gleichzeitig merke meine Mama oder mein Papa haben ständig Angst um mich.

00:23:51: Wenn ich merke Meine Eltern setzen sich selber unter Druck.

00:23:55: Meine Eltern setzten mich unter Druck wenn Ich selber mich oft anpassen muss.

00:24:00: Und wenn ich dann noch wenn ich sage vor irgendwas Angst zu hören krieg kommen ist nicht so schlimm, macht doch nichts.

00:24:06: Stell dich nicht an!

00:24:07: Das schaffst du schon?

00:24:09: Dann lerne ich halt keinen Umgang... Also dann das sind alles Einzelteile die dazu führen dass sich halt eine Angststörung entwickeln kann und wird es halt.

00:24:25: irgendwann zeigt sich das dann halt in Bauchschmerzen, Kopfschmerzenschulverweigerung.

00:24:32: Totaler Angst vor anderen zu sprechen?

00:24:35: Ja so

00:24:36: Angst.

00:24:36: Zuzahlphobie?

00:24:37: Ja.

00:24:40: Rückzug einfach aus einem ganz massiven Rückzug?

00:24:43: Ja dass die Kinder wirklich... Ihre Zimmer gar nicht mehr verlassen, nicht mehr aus dem Bett aufstehen.

00:24:51: Bestimmte Dinge nicht mehr essen, panisch reagieren wenn du als Mama oder Papa das Haus verlässt.

00:24:59: Immer nur von einer Bezugsperson begleitet werden willst, wenn du dich selber immer abwertest.

00:25:07: Das ist jetzt gerade zum Beispiel unter diesen Teenager-Mädchen mit diesem ständigen Social Media Vergleich und ... Und in dem Wissen, dass halt über siebzig Prozent aller erwachsenen Frauen, wenn die im Spiegel schauen ... kritisieren die sich selbst oder sie schauen gar nicht in den Spiegel.

00:25:27: Also das so, ne?

00:25:28: Das sind über seventy Prozent von uns Frauen haben kein wirklich positives Körperbild und deshalb mache ich ja als Mama auch wieder soziales Lernen für meine Töchter.

00:25:39: dann habe ich diese ganzen super perfektionistischen Social Media Videos.

00:25:48: Angst zu bekommen, nicht zu genügen oder zu versagen ist ja relativ einfach.

00:25:55: Noch dazu wenn ich eh schon Nervensystem habe das eh aufgrund meiner Kindheitserlebnisse eh schon am Anschlag ist und da gilt es einfach was zu tun.

00:26:07: also diese Folge ist erstmal dafür da dass du sagst okay das sind nicht die anderen.

00:26:13: Ich muss mal so ehrlich dahin gucken.

00:26:16: Die Wahrscheinlichkeit, dass mein Kind da auch in irgendeiner Form betroffen sein könnte ist relativ hoch.

00:26:25: Also das wäre gelogen zu sagen es sind nur die anderen!

00:26:29: Und auch wenn es jetzt nicht so wäre, dass man deinem Kind eine Angststörung diagnostizieren würde.

00:26:37: Ich glaube ich waren jetzt viele Dinge dabei wo jeder sich einfach mal hinterfragen kann und sagen kann okay mach ich das eigentlich im Alltag?

00:26:44: wie mache ich das?

00:26:46: Wo sind wir eigentlich an einem Punkt?

00:26:48: dass wir haben als Familie Werte die dem gesellschaftlichen Also dem Hamster hat sozusagen entgegenstehen.

00:26:59: Wie viel trau ich meinem Kind zu?

00:27:00: Wie präsent bin ich im

00:27:02: Alltag?".

00:27:03: Das sind ja alles so Fragen, die man sich einfach stellen kann um zu sagen okay ich muss hingucken

00:27:09: damit ich was verändern kann.

00:27:12: Ich kann nichts verändern, was ich nicht wahrnehmen kann.

00:27:20: In diesem Sinne vielen Dank fürs Zuschauen und zu hören!

00:27:22: Danke für's Wachrütteln lassen!

00:27:23: Hoffentlich bis zum nächsten Mal!

00:27:25: Alles Liebe!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.