225 Darknet-Futter: Wer das Selfie deines Kindes wirklich feiert
Shownotes
Erinnerst du dich noch an die Kinderfotos von früher? Verschmierte Gesichter, Chaos im Kinderzimmer und echte, ungestellte Schnappschüsse. Heute erleben wir eine andere Realität: „Instagram-Picknicks“, Kinder in einstudierten Posen und Zehnjährige, die ihre „Schokoladenseite“ genau kennen. In dieser Folge sprechen Uli und Bernd Bott darüber, warum sie sich bewusst gegen den ständigen Fotowahn entschieden haben und welche Gefahr es für die Psyche und die Sicherheit unserer Kinder bedeutet, wenn sie zum Objekt der Selbstdarstellung gemacht werden.
Die Kernpunkte dieser Folge:
👉 Dokumentation vs. Inszenierung: Warum das ständige Fotografieren den Moment zerstört und wie wir verlernen, das Leben im Hier und Jetzt zu genießen. 👉 Das „Fotogesicht“: Was passiert mit dem Selbstwertgefühl eines Kindes, wenn es nur noch die gefilterte Version von sich selbst schön findet? 👉 Sephora Kids & Retinol-Trends: Der gefährliche Trend, bei dem Kinder ihre Kindheit überspringen wollen, um wie 25-Jährige auszusehen. 👉 Persönlichkeitsrechte von Anfang an: Warum wir unsere Kinder fragen sollten, bevor wir die Kamera zücken – auch wenn sie noch klein sind. 👉 Sicherheit im Netz: Warum das Internet nichts vergisst und wie aus harmlosen Urlaubsfotos durch KI und Social Media reale Gefahren entstehen können.
Impulse für einen entspannten Umgang mit Fotos:
✅ Sein statt Schein: Lobe dein Kind für das, was es tut (z. B. das versunkene Legospiel), statt dafür, wie „süß“ es auf einem Foto aussieht. ✅ Mut zur Hässlichkeit: Macht bewusst Quatsch-Fotos und Grimassen-Selfies, um den Perfektionsdruck zu durchbrechen. ✅ Die 16-Jahre-Regel: Überlege dir gut, ob Bilder deiner Kinder vor dem 16. Lebensjahr wirklich ins Netz gehören – die Privatsphäre deines Kindes ist unantastbar. ✅ Erleben statt Linse: Lass das Handy öfter in der Tasche. Ein Feuerwerk (oder ein Moment mit den Kindern) ist durch die eigenen Augen schöner als durch das Display.
**„Wir sind die erste Generation von Eltern, die ihren Kindern beibringen muss, dass ihr Gesicht und ihr Körper kein Produkt sind.“ ** Hinweis: Die Kinder-Bilder die du auf dem Vorschaubild siehst sind KI generiert!
Transkript anzeigen
00:00:00: Speaker 1: Wir haben ja gestern Abend mit
00:00:01: Speaker 1: den Kindern so ein bisschen
00:00:02: Speaker 1: Babyfotos geguckt und sowas
00:00:05: Speaker 1: einfach wirklich Süßes.
00:00:07: Speaker 2: Total schön.
00:00:09: Speaker 1: Und gleichzeitig ist
00:00:12: Speaker 1: mir dabei halt wieder
00:00:13: Speaker 1: aufgefallen,
00:00:15: Speaker 1: wie
00:00:16: Speaker 1: wenig Bilder
00:00:19: Speaker 1: wir eigentlich machen.
00:00:21: Speaker 1: Ja.
00:00:22: Speaker 1: Und also
00:00:24: Speaker 1: klar, als die klein waren, haben
00:00:25: Speaker 1: wir natürlich mehr Bilder
00:00:27: Speaker 1: gemacht,
00:00:28: Speaker 1: aber jetzt so
00:00:31: Speaker 1: Gerade im letzten Jahr, die
00:00:33: Speaker 1: letzten zwei, drei Jahre,
00:00:35: Speaker 1: haben wir wirklich wenig Bilder
00:00:37: Speaker 1: gemacht.
00:00:38: Speaker 2: Und ganz
00:00:41: Speaker 2: bewusst. Ja, weil uns dieses
00:00:43: Speaker 2: ganze
00:00:44: Speaker 2: Social -Media -Bilder
00:00:46: Speaker 2: -Gedöns, will ich schon fast
00:00:48: Speaker 2: sagen,
00:00:50: Speaker 2: da so ein bisschen rausgekickt
00:00:52: Speaker 2: hat sogar.
00:00:53: Speaker 1: So diese ständige
00:00:54: Speaker 1: Selbstdarstellung, auch so diese
00:00:57: Speaker 1: heile Weltdarstellung, die ja da
00:00:58: Speaker 1: dran passiert.
00:01:00: Speaker 1: Ja, also gerade wenn man durchs
00:01:02: Speaker 1: Reisen ja auch, wir sind ja viel
00:01:03: Speaker 1: gereist in den letzten Jahren
00:01:04: Speaker 1: und du siehst halt
00:01:07: Speaker 1: überall die Leute, die so,
00:01:11: Speaker 1: dann stehen sie alles noch so da
00:01:12: Speaker 1: und dann
00:01:14: Speaker 1: stehen sie mit ihrem Foto -Face
00:01:17: Speaker 1: da und
00:01:20: Speaker 1: Oder gestern waren wir spazieren
00:01:21: Speaker 1: am Strand
00:01:22: Speaker 1: und dann sagt unsere
00:01:26: Speaker 1: Tochter so zum ja guck mal da
00:01:28: Speaker 1: ein Picknick und dann gucken wir
00:01:29: Speaker 1: uns das an und zwar halt so ein
00:01:30: Speaker 1: Instagram Picknick ja so wo das
00:01:33: Speaker 1: schön trappiert
00:01:37: Speaker 1: kurz das Filmchen gemacht und
00:01:39: Speaker 1: dann werden die Sachen wieder
00:01:40: Speaker 1: eingepackt also so dieses
00:01:43: Speaker 1: so tun als ob oder wie oft
00:01:47: Speaker 1: man eben Kinder sieht, die
00:01:49: Speaker 1: irgendwie posen,
00:01:51: Speaker 1: wo die Eltern, ich will jetzt
00:01:53: Speaker 1: gar nicht sagen die Mütter, auch
00:01:54: Speaker 1: wenn ich mehr Mütter sehe
00:01:56: Speaker 1: tatsächlich,
00:01:57: Speaker 1: die Mütter die Kinder irgendwie
00:01:58: Speaker 1: hinstellen und die Kinder dann
00:02:00: Speaker 1: da sich in die Fotopose werfen
00:02:03: Speaker 1: sozusagen.
00:02:04: Speaker 1: Also ich habe echt,
00:02:06: Speaker 1: mir läuft es jedes Mal kalt den
00:02:08: Speaker 1: Rücken runter, weil ich das so
00:02:12: Speaker 1: unangenehm finde und so
00:02:14: Speaker 1: künstlich auch finde.
00:02:17: Speaker 2: Und das ist übrigens ein Grund,
00:02:19: Speaker 2: warum es bei uns immer wieder
00:02:21: Speaker 2: die gleichen Videoschnipsel
00:02:23: Speaker 2: gibt.
00:02:24: Speaker 1: Von uns jetzt, wenn du bei uns
00:02:25: Speaker 1: auf Instagram bist.
00:02:27: Speaker 1: Warum es da immer wieder
00:02:29: Speaker 1: dieselben Bilder von uns gibt,
00:02:31: Speaker 1: weil wir
00:02:32: Speaker 1: uns ganz bewusst entschieden
00:02:35: Speaker 1: haben,
00:02:37: Speaker 1: da nicht mitzumachen.
00:02:39: Speaker 2: Und vor allen Dingen gibt es nur
00:02:40: Speaker 2: ganz, ganz, ganz, ganz, ganz,
00:02:42: Speaker 2: ganz wenige Bilder,
00:02:44: Speaker 2: die wir irgendwo veröffentlicht
00:02:46: Speaker 2: haben, wo unsere Kinder drauf
00:02:48: Speaker 2: sind.
00:02:50: Speaker 2: Und es
00:02:52: Speaker 2: bringt uns ja eigentlich so zum
00:02:54: Speaker 2: Kernthema. Weil das Ganze, dass
00:02:56: Speaker 2: ich das als Erwachsener
00:02:57: Speaker 2: irgendwie blöd finde und das
00:02:58: Speaker 2: nicht mache oder nichts poste
00:02:59: Speaker 2: oder was, ist ja das eine.
00:03:01: Speaker 2: Das ist einfach meine
00:03:02: Speaker 2: Entscheidung. Und wenn ein
00:03:03: Speaker 2: Erwachsener meint, er muss sich
00:03:04: Speaker 2: da profilieren auf Social Media,
00:03:07: Speaker 2: kann er das gerne tun.
00:03:08: Speaker 1: Das ist ja
00:03:10: Speaker 1: seine eigene Entscheidung,
00:03:12: Speaker 1: nur Kinder können es oft nicht
00:03:13: Speaker 1: selber entscheiden.
00:03:14: Speaker 1: Ja, Kinder können es nicht
00:03:15: Speaker 1: selber entscheiden und das hat
00:03:17: Speaker 1: einfach mittlerweile ja solche
00:03:19: Speaker 1: Ausmaße angenommen,
00:03:21: Speaker 1: dass es einfach wichtig ist,
00:03:24: Speaker 1: dass wir hier im Podcast mal
00:03:25: Speaker 1: drüber sprechen.
00:03:27: Speaker 1: Was das eigentlich für dein Kind
00:03:29: Speaker 1: bedeutet,
00:03:31: Speaker 1: wenn sein Gesicht oder sein
00:03:34: Speaker 1: Körper ihm nicht mehr selber
00:03:36: Speaker 1: gehört,
00:03:37: Speaker 1: weil es schon in der frühen
00:03:39: Speaker 1: Kindheit zu einem Objekt der
00:03:42: Speaker 1: Selbstdarstellung gemacht wird.
00:03:48: Speaker 2: Hallo und herzlich Willkommen
00:03:49: Speaker 2: hier beim Gemecker Frey Podcast,
00:03:51: Speaker 2: dem Podcast für liebevolle
00:03:52: Speaker 2: Beziehungen in der Familie als
00:03:54: Speaker 2: Paar.
00:03:55: Speaker 1: und mit dir selbst.
00:03:56: Speaker 1: Wir sind Uli und Bernd Bott, wir
00:03:57: Speaker 1: sind die Gründer von Gemecker
00:03:59: Speaker 1: frei, Eltern von vier Kindern.
00:04:02: Speaker 2: Wir haben mehrere Spiegel
00:04:04: Speaker 2: Bestseller geschrieben,
00:04:06: Speaker 2: viele viele tausende Menschen
00:04:07: Speaker 2: begleitet. Ja.
00:04:09: Speaker 2: Und das ist das Wichtigste
00:04:10: Speaker 2: davon.
00:04:11: Speaker 2: Die Spielbäste sind nicht so
00:04:12: Speaker 2: wichtig, aber die vielen tausend
00:04:14: Speaker 2: Menschen, die sich ihren
00:04:15: Speaker 2: liebevollen und glücklichen
00:04:17: Speaker 2: Familienalltag erschaffen haben
00:04:18: Speaker 2: und immer noch erschaffen und
00:04:19: Speaker 2: dabei sind und da jeden Tag
00:04:21: Speaker 2: wieder ein paar Schritte
00:04:22: Speaker 2: weitergehen.
00:04:23: Speaker 1: die sind das Wichtige.
00:04:25: Speaker 1: Und wir sind für dich da und wir
00:04:27: Speaker 1: machen diesen Podcast für dich,
00:04:30: Speaker 1: wenn du zu den Mamas oder Papas
00:04:32: Speaker 1: gehörst, die einfach keine Lust
00:04:34: Speaker 1: mehr haben auf den 750.
00:04:37: Speaker 1: Tipp, der sowieso wieder nicht
00:04:38: Speaker 1: funktioniert,
00:04:39: Speaker 1: sondern die wirklich von der
00:04:41: Speaker 1: Pike auf lernen wollen, wie
00:04:44: Speaker 1: Elternsein heute geht,
00:04:46: Speaker 1: weil das ist das, was wir in den
00:04:48: Speaker 1: letzten 28 Jahren rausgefunden
00:04:51: Speaker 1: haben.
00:04:54: Speaker 2: herausgefunden haben und wir
00:04:58: Speaker 2: wünschen dir viel Freude mit
00:04:59: Speaker 2: dieser Folge.
00:05:01: Speaker 1: Ja,
00:05:04: Speaker 1: also es geht, du hast ja sicher
00:05:06: Speaker 1: die Einleitung jetzt gesehen und
00:05:07: Speaker 1: gehört,
00:05:08: Speaker 1: es
00:05:11: Speaker 1: geht darum,
00:05:12: Speaker 1: was eigentlich das für eine
00:05:13: Speaker 1: Gefahr bedeutet,
00:05:15: Speaker 1: wenn Bilder von
00:05:17: Speaker 1: Kindern im Netz landen.
00:05:20: Speaker 1: Ja, das ist der eine Punkt, wenn
00:05:22: Speaker 1: Bilder von Kindern im Netz
00:05:25: Speaker 1: landen, aber was das überhaupt
00:05:26: Speaker 1: bedeutet,
00:05:28: Speaker 1: dass schon
00:05:30: Speaker 1: Kleine Kinder
00:05:33: Speaker 1: posieren für Fotos,
00:05:36: Speaker 1: dass schon kleine Kinder, also
00:05:38: Speaker 1: schon 8 -jährige, 9 -jährige, 10
00:05:41: Speaker 1: -jährige Kinder schon wissen,
00:05:45: Speaker 1: welche Gesichtsseite auf dem
00:05:48: Speaker 1: Foto Vorteil hat.
00:05:50: Speaker 1: aussieht, die sich schon in Pose
00:05:52: Speaker 1: bringen,
00:05:53: Speaker 1: ins Hohlkreuz schmeißen oder den
00:05:55: Speaker 1: Schmollmund oder sonst wie
00:05:58: Speaker 1: sich
00:06:00: Speaker 1: präsentieren vor einer Kamera.
00:06:04: Speaker 1: Und was damit passiert,
00:06:06: Speaker 1: wenn das dann auch noch online
00:06:09: Speaker 1: gestellt wird.
00:06:10: Speaker 2: Also diese Konglomerage, über da
00:06:12: Speaker 2: wollen wir uns einfach mal
00:06:13: Speaker 2: drüber unterhalten.
00:06:15: Speaker 2: Weil früher waren ja Kinderfotos
00:06:17: Speaker 2: irgendwie,
00:06:18: Speaker 2: also auch die, die wir gestern
00:06:20: Speaker 2: angeguckt haben.
00:06:21: Speaker 2: Da hatte sich das eine Kind das
00:06:23: Speaker 2: ganze Gesicht schwarz mit
00:06:24: Speaker 2: Wasserfarbe angemalt, das
00:06:25: Speaker 2: nächste war knallorange, keine
00:06:27: Speaker 2: Ahnung.
00:06:28: Speaker 1: Die haben sich auch geschminkt,
00:06:30: Speaker 1: aber halt so.
00:06:33: Speaker 2: mit Kinderschminkfarbe oder
00:06:34: Speaker 2: Wasserfarbe.
00:06:36: Speaker 2: Das war alles Öko bei uns, keine
00:06:38: Speaker 2: Sorge.
00:06:39: Speaker 2: Aber so,
00:06:40: Speaker 2: oder keine Ahnung, wenn so ein
00:06:41: Speaker 2: Kind mal an so einer
00:06:42: Speaker 2: Terrassentür mit Fingerfarbe
00:06:44: Speaker 2: gemalt hat und die ganze Tür war
00:06:45: Speaker 2: braun und die Finger waren
00:06:46: Speaker 2: verschmiert.
00:06:47: Speaker 2: Whatsoever.
00:06:48: Speaker 2: Plätzchen backen, Eskalation mit
00:06:50: Speaker 2: Mehl und Teig.
00:06:52: Speaker 1: All diese Dinge.
00:06:55: Speaker 1: Schnappschüsse von Chaos, so
00:06:57: Speaker 1: muss man es eigentlich sehen.
00:06:59: Speaker 1: Eigentlich sind Kinderfotos
00:07:00: Speaker 1: Schnappschüsse von Chaos und
00:07:02: Speaker 1: dafür sind die auch wunderbar,
00:07:05: Speaker 1: nur heutzutage bringen
00:07:08: Speaker 1: wir den Kids halt schon total
00:07:10: Speaker 1: früh bei,
00:07:12: Speaker 1: dass sie quasi,
00:07:13: Speaker 1: dass es eben das normale Gesicht
00:07:15: Speaker 1: gibt.
00:07:16: Speaker 1: Und das Fotogesicht, dass es die
00:07:19: Speaker 1: normalen
00:07:22: Speaker 1: Bewegungen gibt und die
00:07:24: Speaker 1: Fotobewegungen und so.
00:07:26: Speaker 2: Und dann, vielleicht hast du den
00:07:28: Speaker 2: Begriff der Sephora Kids schon
00:07:30: Speaker 2: mal gehört.
00:07:31: Speaker 2: Für mich war der neu,
00:07:32: Speaker 2: aber ich musste erst überlegen,
00:07:34: Speaker 2: was Sephora ist, aber das ist
00:07:35: Speaker 2: mir schon lange vergangen.
00:07:36: Speaker 2: Das ist ein Kosmetikladen für
00:07:37: Speaker 2: alle Männer hier.
00:07:38: Speaker 1: Das ist eine große
00:07:39: Speaker 1: Kosmetikkette.
00:07:40: Speaker 2: das und das das ist eben also
00:07:42: Speaker 2: ich ich habe
00:07:44: Speaker 2: Ich kenne das auch nur aus
00:07:46: Speaker 2: Erzählungen,
00:07:47: Speaker 2: diese TikTok -Trends, wo
00:07:49: Speaker 2: irgendwelche 8-, 9-, 10-, 11
00:07:51: Speaker 2: -jährigen Mädels sich, Gott weiß
00:07:53: Speaker 2: wie, schminken und dann in
00:07:56: Speaker 2: den Drogeriemärkten nach Retinol
00:07:59: Speaker 2: fragen oder Super -Skincare für
00:08:02: Speaker 2: Anti -Aging, was jetzt ein 8
00:08:05: Speaker 2: -jähriges Kind einfach wirklich
00:08:06: Speaker 2: nicht braucht.
00:08:08: Speaker 1: Erwachsenen frage ich, ob man
00:08:10: Speaker 1: das braucht.
00:08:12: Speaker 2: neulich eine Freundin von uns zu
00:08:14: Speaker 2: Besuch war mit ihrer Tochter,
00:08:16: Speaker 2: die war eine
00:08:19: Speaker 2: Dreiviertelstunde, glaube ich,
00:08:20: Speaker 2: im Bad morgens,
00:08:21: Speaker 2: beschäftigt nur damit, was sie
00:08:23: Speaker 2: da alles für Serien und Lotionen
00:08:26: Speaker 2: und Make -up und Blush und was
00:08:28: Speaker 2: weiß ich, in ihr Gesicht
00:08:30: Speaker 2: schmieren muss.
00:08:31: Speaker 1: Mit 15 oder?
00:08:32: Speaker 2: Nein, 13, 12, 13.
00:08:35: Speaker 2: Also halt,
00:08:37: Speaker 2: wo
00:08:39: Speaker 2: so
00:08:40: Speaker 2: Junge Mädchen in
00:08:42: Speaker 2: Drogeriemärkten einkaufen
00:08:46: Speaker 2: mit einer
00:08:46: Speaker 2: Selbstverständlichkeit,
00:08:48: Speaker 2: das schaffe ich bis heute nicht.
00:08:51: Speaker 2: Ja,
00:08:53: Speaker 2: und zehnjährige wollen halt
00:08:54: Speaker 2: aussehen wie 25.
00:08:55: Speaker 2: Ja, genau.
00:09:00: Speaker 2: Und das ist halt mit jedem,
00:09:02: Speaker 2: also um
00:09:03: Speaker 2: das nochmal ein bisschen weiter
00:09:04: Speaker 2: runterzubrechen auch, mit jedem,
00:09:07: Speaker 2: Dings, oh schau mal,
00:09:08: Speaker 2: ich mach ein Foto, lächel mal in
00:09:10: Speaker 2: die Kamera.
00:09:10: Speaker 2: Also ich sag ja nichts dagegen,
00:09:12: Speaker 2: wenn du eine Familienfeier hast
00:09:13: Speaker 2: und alle stellen sich mal für
00:09:15: Speaker 2: ein Gruppenfoto auf, wobei ich
00:09:16: Speaker 2: da auch bei den Kindern, mein
00:09:17: Speaker 2: Gott,
00:09:17: Speaker 2: da sagt man ja, Ameisen scheiße
00:09:19: Speaker 2: und so weiter, das kann man ja
00:09:20: Speaker 2: machen. Also das ist ja jetzt
00:09:21: Speaker 2: mal,
00:09:22: Speaker 2: das ist ja auch nicht jeden Tag.
00:09:26: Speaker 2: Davon redet ja keiner, auch
00:09:28: Speaker 2: nicht von Klassenfotos, das ist
00:09:29: Speaker 2: so ein Gedöns.
00:09:30: Speaker 6: Aber wenn ich,
00:09:32: Speaker 6: keine Ahnung, also
00:09:33: Speaker 6: Von unseren Kindern gibt es auch
00:09:35: Speaker 6: Bilder, wie die Lego spielen
00:09:36: Speaker 6: oder so,
00:09:37: Speaker 6: aber da sieht man meistens kein
00:09:38: Speaker 6: Gesicht.
00:09:39: Speaker 5: Warum?
00:09:39: Speaker 2: Weil der Helikopter da ist.
00:09:40: Speaker 2: auf das Lego halten müssen, weil
00:09:42: Speaker 2: das Kind guckt natürlich aufs
00:09:43: Speaker 2: Lego. Da siehst du ein Rücken
00:09:44: Speaker 2: und da siehst du Lego.
00:09:46: Speaker 2: Das habe ich dann irgendwann
00:09:47: Speaker 2: schon auch irgendwie...
00:09:48: Speaker 2: Jetzt im Nachhinein sind auch
00:09:49: Speaker 2: die Fotos cool, aber das ist
00:09:50: Speaker 2: halt nicht,
00:09:51: Speaker 2: weil du halt...
00:09:53: Speaker 2: Du willst ja das Leben nicht
00:09:54: Speaker 2: unterbrechen.
00:09:55: Speaker 1: Also mein Sinn an so Kinderfotos
00:09:57: Speaker 1: war ja immer so ein bisschen
00:09:57: Speaker 1: Dokumentation.
00:09:59: Speaker 2: Und eben nicht, das ist der
00:10:01: Speaker 2: wichtige Satz, finde ich.
00:10:02: Speaker 1: Dokumentation und nicht
00:10:03: Speaker 1: Darstellung. Das Spiel und den
00:10:05: Speaker 1: kreativen Prozess nicht mit
00:10:07: Speaker 1: einem Foto zu unterbrechen.
00:10:08: Speaker 1: Und das ist ja auch der Grund,
00:10:10: Speaker 1: warum wir so wenig Bilder
00:10:11: Speaker 1: machen, weil wir das Leben im
00:10:13: Speaker 1: Hier und Jetzt erleben wollen
00:10:16: Speaker 1: und es nicht ständig durch eine
00:10:17: Speaker 1: Linse sehen wollen oder nicht
00:10:19: Speaker 1: ständig uns damit unterbrechen
00:10:20: Speaker 1: wollen.
00:10:21: Speaker 1: Und das ist ein Unterbrechen.
00:10:23: Speaker 1: Und es erfordert auch ständig
00:10:25: Speaker 1: den Fokus, dass du wieder
00:10:27: Speaker 1: denkst, hier wäre ein gutes
00:10:28: Speaker 1: Motiv oder da ist ein gutes
00:10:29: Speaker 1: Motiv.
00:10:31: Speaker 2: Sondern zu sagen, ich erlebe es
00:10:34: Speaker 2: doch, reicht es nicht, wenn ich
00:10:35: Speaker 2: es erlebe.
00:10:38: Speaker 2: Das hat ja jeder schon mal
00:10:40: Speaker 2: bemerkt. Ich finde ein Feuerwerk
00:10:41: Speaker 2: ist immer ein super Beispiel.
00:10:42: Speaker 2: Du siehst ein Feuerwerk und
00:10:45: Speaker 2: ich gehe jetzt mal davon aus,
00:10:46: Speaker 2: dass dir das Feuerwerk gefällt.
00:10:47: Speaker 2: Das ist für das Beispiel jetzt
00:10:48: Speaker 2: wichtig. Wenn es dir nicht
00:10:48: Speaker 2: gefällt, nimm das Beispiel
00:10:49: Speaker 2: trotzdem mal.
00:10:50: Speaker 2: Du siehst ein Feuerwerk,
00:10:53: Speaker 2: Und jetzt machen ganz viele
00:10:54: Speaker 2: Leute, zucken das Handy und
00:10:55: Speaker 2: nehmen das Feuerwerk auf.
00:10:56: Speaker 1: Ehrlich gesagt sieht ein
00:10:57: Speaker 1: Feuerwerk mit dem Handy
00:10:58: Speaker 1: aufgenommen einfach nicht gut
00:11:00: Speaker 1: aus.
00:11:02: Speaker 2: Aber du siehst halt durchs
00:11:03: Speaker 2: Fotografieren ein Drittel...
00:11:04: Speaker 2: Du guckst halt selber nicht mehr
00:11:05: Speaker 2: zu.
00:11:06: Speaker 2: Du guckst halt selber, das sieht
00:11:07: Speaker 2: halt echt viel besser aus.
00:11:08: Speaker 2: Du nimmst es gar nicht mehr
00:11:09: Speaker 2: wahr, weil du überlegst,
00:11:10: Speaker 2: oh jetzt musst du ja drüber, was
00:11:11: Speaker 2: weiß ich.
00:11:12: Speaker 2: Und das ist so das,
00:11:14: Speaker 2: was du ja gesagt hast.
00:11:14: Speaker 2: Wir haben uns eigentlich
00:11:15: Speaker 2: angewöhnt, viel weniger Fotos zu
00:11:17: Speaker 2: machen, weil
00:11:18: Speaker 2: Nimm erst mal die Eindrücke auf.
00:11:20: Speaker 2: Und dann kannst du am Ende
00:11:21: Speaker 2: nochmal sagen, okay, das würde
00:11:23: Speaker 2: ich jetzt mal gern
00:11:24: Speaker 2: fotografieren, vielleicht sehe
00:11:25: Speaker 2: ich gerade eine schöne Kirche
00:11:26: Speaker 2: und der Onkel Erwin findet so
00:11:27: Speaker 2: barocke Kirchen toll,
00:11:29: Speaker 2: dann mache ich dem halt mal noch
00:11:30: Speaker 2: ein Foto. Das heißt ja nicht,
00:11:31: Speaker 2: dass ich keine Fotos machen
00:11:32: Speaker 2: darf, aber das nicht als
00:11:35: Speaker 1: es wird so zu einer
00:11:38: Speaker 1: Wichtigkeit und zu einem,
00:11:42: Speaker 1: das ist das Erste, was ich
00:11:43: Speaker 1: mache, ein Foto.
00:11:44: Speaker 1: Ja, du lebst halt damit sofort
00:11:46: Speaker 1: in der Vergangenheit oder in der
00:11:48: Speaker 1: Zukunft und nicht mehr im
00:11:49: Speaker 1: Moment.
00:11:50: Speaker 1: Na und was halt bei den Kindern
00:11:52: Speaker 1: passiert, die benutzen Make -up
00:11:54: Speaker 1: und was weiß ich und erschaffen
00:11:56: Speaker 1: sich eine Maske,
00:11:58: Speaker 1: dann lernen sie vorteilhaft auf
00:12:01: Speaker 1: Fotos auszugucken, indem sie
00:12:03: Speaker 1: posieren und halt die richtige
00:12:05: Speaker 1: Gesichtsseite entsprechend in
00:12:07: Speaker 1: die Kamera halten und das fiese,
00:12:10: Speaker 1: was dabei ja passiert,
00:12:12: Speaker 1: ist, dass die dann ja
00:12:14: Speaker 1: nur noch eine gefilterte Version
00:12:17: Speaker 1: von sich selber schön finden.
00:12:20: Speaker 1: Wenn die sich dann selbst, und
00:12:21: Speaker 1: das erinnere ich, hatten wir mit
00:12:23: Speaker 1: unserer Tochter auch mal kurz,
00:12:25: Speaker 1: dass die dann sich quasi nur
00:12:29: Speaker 1: noch in der Fotoversion schön
00:12:31: Speaker 1: finden konnte.
00:12:33: Speaker 2: Und das ist halt gefährlich.
00:12:36: Speaker 2: Ja, das ist gefährlich, weil
00:12:37: Speaker 2: dann kommst du...
00:12:40: Speaker 1: Das erzeugt einen total kaputten
00:12:42: Speaker 1: oder falschen Selbstwert.
00:12:44: Speaker 1: Ja, und das Selbstbild, das du
00:12:46: Speaker 1: im Spiegel siehst, wird zum
00:12:48: Speaker 1: Feind.
00:12:49: Speaker 1: Ja,
00:12:49: Speaker 1: zum Feindbild.
00:12:50: Speaker 1: Ja, also das ist dieses eine,
00:12:52: Speaker 1: was eben passiert mit der Maske,
00:12:54: Speaker 1: die wir zum einen, was sich
00:12:57: Speaker 1: Kinder schon ins Gesicht
00:12:58: Speaker 1: schmieren und zum anderen, wie
00:13:00: Speaker 1: sie sich lernen zu präsentieren.
00:13:03: Speaker 1: Und das fängt halt an, indem du
00:13:05: Speaker 1: als Mama oder Papa sagst, ja,
00:13:07: Speaker 1: stell dich mal hin,
00:13:08: Speaker 1: steh mal gerade, lächel mal,
00:13:10: Speaker 1: guck mal hier, Kamera,
00:13:11: Speaker 1: Ameisen -Scheiße, was weiß ich,
00:13:13: Speaker 1: ja, so.
00:13:13: Speaker 1: Und wenn wir dann vielleicht
00:13:15: Speaker 1: noch im nächsten Schritt sagen,
00:13:16: Speaker 1: mach die Hand mal dahin oder
00:13:19: Speaker 1: Also zieh mal den Bauch ein oder
00:13:21: Speaker 1: stell dich mal gerade hin oder
00:13:23: Speaker 1: so.
00:13:25: Speaker 1: Damit trainiert man das.
00:13:30: Speaker 2: Das ist der eine Punkt.
00:13:32: Speaker 2: Das leitet ja schon
00:13:35: Speaker 2: dazu über,
00:13:36: Speaker 2: weil,
00:13:38: Speaker 2: wenn ich mich an unsere Jungs
00:13:40: Speaker 2: erinnere,
00:13:41: Speaker 2: die hatten halt einfach keinen
00:13:44: Speaker 2: Bock fotografiert zu werden.
00:13:46: Speaker 1: Und das ist eigentlich schon der
00:13:47: Speaker 1: Punkt, der noch eins vorher
00:13:48: Speaker 1: ansetzen muss,
00:13:49: Speaker 1: dass das Kind entscheidet, ich
00:13:52: Speaker 1: will jetzt fotografiert werden
00:13:53: Speaker 1: oder ich will jetzt nicht
00:13:54: Speaker 1: fotografiert werden.
00:13:55: Speaker 1: von Posten mal noch ganz
00:13:57: Speaker 1: abgesehen.
00:13:58: Speaker 1: Also schon allein der Akt des
00:13:59: Speaker 1: Fotografierens ist ein
00:14:01: Speaker 1: Eintritt in die
00:14:04: Speaker 1: Persönlichkeitssphäre des
00:14:05: Speaker 1: Anderen.
00:14:06: Speaker 2: Das kann man ja so total gut
00:14:08: Speaker 2: daran bemerken,
00:14:09: Speaker 2: dass man das nicht, also ich mag
00:14:11: Speaker 2: das jetzt nicht, wenn ich
00:14:12: Speaker 2: irgendwo, wir waren doch
00:14:14: Speaker 2: letztens, waren wir irgendwo
00:14:14: Speaker 2: essen und dann ist einer
00:14:16: Speaker 2: rumgelaufen mit dem Handy von
00:14:17: Speaker 2: dem Restaurant.
00:14:18: Speaker 1: Als wir uns das Essen serviert
00:14:19: Speaker 1: haben, hat er da einfach
00:14:21: Speaker 1: angefangen zu filmen.
00:14:22: Speaker 1: Wir so, stopp, wollen wir nicht.
00:14:26: Speaker 1: Und das ist halt für Kinder
00:14:27: Speaker 1: genau das Gleiche.
00:14:29: Speaker 1: Wenn du einfach das Handy
00:14:31: Speaker 1: rausziehst und von dem Kind ein
00:14:32: Speaker 1: Foto machst,
00:14:34: Speaker 1: dann überschreitest du seine
00:14:36: Speaker 1: Persönlichkeitsrechte.
00:14:39: Speaker 1: Und da gilt es einfach, erst zu
00:14:40: Speaker 1: fragen.
00:14:41: Speaker 1: Und wenn dein Kind noch so klein
00:14:43: Speaker 1: ist, dass du es noch nicht
00:14:44: Speaker 1: fragen kannst,
00:14:45: Speaker 1: na ja,
00:14:46: Speaker 1: dann mach halt tendenziell
00:14:48: Speaker 1: weniger Fotos.
00:14:49: Speaker 1: Und auf jeden Fall, welche von
00:14:52: Speaker 1: denen du selber sagen würdest,
00:14:53: Speaker 1: die wären mir auch nicht
00:14:54: Speaker 1: peinlich.
00:14:56: Speaker 2: ja also und dann der nächste
00:14:58: Speaker 2: schritt du hast ja schon
00:14:59: Speaker 2: angesprochen wenn
00:15:01: Speaker 2: die kinder ein bisschen älter
00:15:04: Speaker 2: sind also wenn die 3 4 2 3 4
00:15:07: Speaker 2: sind dann kann man das abfragen
00:15:09: Speaker 2: mag darf ich ein foto von dir
00:15:11: Speaker 2: machen und dann kann das kind ja
00:15:13: Speaker 2: sagen oder nein sagen fertig und
00:15:15: Speaker 2: dann halte ich mich aber auch da
00:15:16: Speaker 2: dran
00:15:17: Speaker 2: so und dann schuldige das war
00:15:19: Speaker 2: mir noch wichtig ja vollkommen
00:15:21: Speaker 2: vollkommen gut genau
00:15:22: Speaker 2: und dann
00:15:24: Speaker 2: ist der nächste
00:15:25: Speaker 1: Schritt und das ist was, was wir
00:15:26: Speaker 1: jetzt einfach so empfehlen oder
00:15:27: Speaker 1: reingeben ist, dass es werden
00:15:29: Speaker 1: halt keine Fotos von Kindern
00:15:31: Speaker 1: irgendwo gepostet.
00:15:32: Speaker 2: Solange das Kind nicht 14, 15,
00:15:35: Speaker 2: 16 Jahre alt ist.
00:15:36: Speaker 2: Ich finde 16, also ich würde
00:15:38: Speaker 2: heute sagen 16.
00:15:40: Speaker 2: Es ist ja auch immer eine Frage,
00:15:41: Speaker 2: ab wann war Kindern überhaupt
00:15:42: Speaker 2: Zugang zu Social Media erlaubt.
00:15:45: Speaker 2: Da wäre ich heute auch strikter,
00:15:47: Speaker 2: als ich das früher bei unseren
00:15:48: Speaker 2: Kindern war, weil sich die
00:15:49: Speaker 2: Zeiten auch geändert haben.
00:15:52: Speaker 2: Aber du als Eltern postest kein
00:15:54: Speaker 2: Foto von einem unter 16
00:15:55: Speaker 2: -Jährigen aus meiner Sicht.
00:15:57: Speaker 2: Da brauche ich auch kein
00:15:58: Speaker 2: Vetorecht fürs Kind einfügen,
00:15:59: Speaker 2: weil das wird einfach nicht
00:16:00: Speaker 2: gemacht. Ich finde es sogar
00:16:02: Speaker 2: kritisch mit den Smileys drüber
00:16:05: Speaker 2: und sowas, weil ich heute mit KI
00:16:08: Speaker 2: und so auch nicht weiß,
00:16:10: Speaker 2: was damit tatsächlich safe ist
00:16:13: Speaker 2: oder so.
00:16:14: Speaker 1: Und das
00:16:15: Speaker 1: eine ist, dass das einfach
00:16:16: Speaker 1: nicht,
00:16:17: Speaker 1: weil das Internet vergisst halt
00:16:18: Speaker 1: nichts.
00:16:20: Speaker 1: Und das hat ja das BKA und der
00:16:24: Speaker 1: Kinderschutz in der Schweiz.
00:16:25: Speaker 1: Die haben halt gesagt,
00:16:27: Speaker 1: dass die warnen eindringlich
00:16:29: Speaker 1: davor, Bilder zu veröffentlichen
00:16:31: Speaker 1: von den Kindern, weil ein
00:16:32: Speaker 1: gepostetes Bild ist sofort ein
00:16:35: Speaker 1: Bild, über das du die Kontrolle
00:16:37: Speaker 1: verloren hast.
00:16:39: Speaker 2: Und du weißt, das sind ein paar
00:16:41: Speaker 2: Klicks, wenige Handgriffe,
00:16:43: Speaker 2: bis aus einem Urlaubsfoto am
00:16:45: Speaker 2: Strand oder einem Foto irgendwo
00:16:47: Speaker 2: am Spielplatz halt ein
00:16:49: Speaker 2: sexualisierter Foto gemacht ist
00:16:52: Speaker 2: und dann geistern von deinem
00:16:54: Speaker 2: Kind fake sexualisierte
00:16:57: Speaker 2: Fotos durchs Internet.
00:17:00: Speaker 2: Oder sogar Videos.
00:17:02: Speaker 2: Wenn ich mir ein bisschen Arbeit
00:17:04: Speaker 2: mache, könnte ich jetzt dich
00:17:06: Speaker 2: hier ersetzen durch irgendeine
00:17:09: Speaker 2: Muppet Show Figur oder sowas.
00:17:11: Speaker 2: Das ist heutzutage kein Problem
00:17:12: Speaker 2: mehr und für Leute, die das
00:17:13: Speaker 2: richtig gut können,
00:17:14: Speaker 2: geht das sehr schnell.
00:17:15: Speaker 2: Deswegen ist alles, was du da
00:17:18: Speaker 2: veröffentlicht und da gehe ich
00:17:20: Speaker 2: soweit das ist sogar schon
00:17:21: Speaker 2: whatsapp ehrlich gesagt weil es
00:17:23: Speaker 2: gehört auch zu meta dazu
00:17:24: Speaker 2: dasselbe konzern wie instagram
00:17:25: Speaker 2: und facebook und der arbeitet
00:17:27: Speaker 2: auch intensiv mit vertrauen
00:17:34: Speaker 2: durch
00:17:34: Speaker 2: diesen vögeln allen nicht also
00:17:36: Speaker 2: vielleicht hat der lieber
00:17:37: Speaker 2: irgendwo ein geteiltes foto
00:17:39: Speaker 2: album
00:17:40: Speaker 2: es gibt schon ein paar es gibt
00:17:42: Speaker 2: schon so private dienste es gibt
00:17:43: Speaker 2: schon so cloud dienste die das
00:17:45: Speaker 2: einfach
00:17:46: Speaker 2: die einfach auch nichts mit
00:17:47: Speaker 2: Social Media zu tun haben.
00:17:48: Speaker 2: Das ist ja ein
00:17:49: Speaker 2: Riesenunterschied, ja.
00:17:50: Speaker 2: Ob jetzt einer einen Cloud
00:17:52: Speaker 2: -Service,
00:17:53: Speaker 2: einfach einen Fotoalbum -Service
00:17:55: Speaker 2: anbietet, der kostet halt dann
00:17:56: Speaker 2: auch was, ist schon klar.
00:17:58: Speaker 2: Aber ich würde auch nicht das,
00:18:00: Speaker 2: was Leute zumindest früher auch
00:18:02: Speaker 2: gemacht haben, die dann eine
00:18:02: Speaker 2: Facebook -Gruppe mit der Familie
00:18:04: Speaker 2: machen, ist ja alles furchtbar
00:18:05: Speaker 2: praktisch.
00:18:06: Speaker 1: Aber es ist halt...
00:18:07: Speaker 2: Datenschutztechnisch halt echt
00:18:09: Speaker 2: schön.
00:18:10: Speaker 1: Ich würde es heute nicht mehr
00:18:12: Speaker 1: machen.
00:18:12: Speaker 2: Wir würden es nicht empfehlen.
00:18:13: Speaker 1: Wir würden es nicht empfehlen.
00:18:13: Speaker 3: Wir würden auch eben keine
00:18:15: Speaker 3: Kinderfotos per WhatsApp
00:18:18: Speaker 3: verschicken an Oma, Opa, sonst
00:18:20: Speaker 3: wen, alles,
00:18:21: Speaker 3: sondern da einfach wirklich
00:18:23: Speaker 3: an der Stelle ein bisschen in
00:18:26: Speaker 3: die Zukunft zoomen und im Blick
00:18:28: Speaker 3: haben, was mit dem Material, das
00:18:30: Speaker 3: du heute in die Welt schickst,
00:18:33: Speaker 3: womöglich passieren kann.
00:18:35: Speaker 1: Genau.
00:18:36: Speaker 1: Und was noch zu dem
00:18:40: Speaker 1: Thema Sexualisierung von Fotos
00:18:43: Speaker 1: gehört ist. Ich habe das war
00:18:44: Speaker 1: schon mal kurz ein bisschen
00:18:45: Speaker 1: angesprochen.
00:18:46: Speaker 1: Aber das ist genau wie eben
00:18:48: Speaker 1: zehnjährige Mädels sich schon
00:18:50: Speaker 1: schminken, als wären sie 25,
00:18:52: Speaker 1: machen die halt auch die Posen
00:18:54: Speaker 1: nach von jungen Frauen
00:18:58: Speaker 1: mit Schmollmund,
00:18:59: Speaker 1: mit Hohlkreuz, mit irgendwie
00:19:02: Speaker 1: lasziv sich da vor dem Handy,
00:19:05: Speaker 1: vor der Kamera bewegen,
00:19:07: Speaker 1: was einfach eine wirkliche
00:19:10: Speaker 1: Gefahr darstellt im Zusammenhang
00:19:13: Speaker 1: mit sexualisierter Gewalt.
00:19:15: Speaker 1: Und das ist einfach ein Punkt,
00:19:17: Speaker 1: an dem es wirklich eine
00:19:19: Speaker 1: Herausforderung ist, für dich
00:19:21: Speaker 1: als Mama oder Papa da wirklich
00:19:23: Speaker 1: auch hinzugucken, weil ja
00:19:25: Speaker 1: Sexualität oft für uns
00:19:27: Speaker 1: Erwachsene noch so ein bisschen
00:19:28: Speaker 1: ein schambesetztes Thema ist.
00:19:30: Speaker 1: Und da wollen wir dich wirklich
00:19:32: Speaker 1: einladen, darauf zu achten,
00:19:34: Speaker 1: dass wenn du
00:19:36: Speaker 1: Kinder, also dass du dabei
00:19:38: Speaker 1: deinen Kindern darauf achtest,
00:19:40: Speaker 1: dass sie das nicht tun.
00:19:43: Speaker 1: Dass sie das einfach nicht tun.
00:19:46: Speaker 1: Und im besten Fall hast
00:19:50: Speaker 1: du da einen guten Blick drauf,
00:19:52: Speaker 1: wann die überhaupt zu Social
00:19:53: Speaker 1: Media dürfen, wann die überhaupt
00:19:55: Speaker 1: irgendwas posten dürfen,
00:19:56: Speaker 1: weil was natürlich da auch das
00:19:58: Speaker 1: Problem ist, ist,
00:20:00: Speaker 1: dass der Blick der anderen so
00:20:03: Speaker 1: relevant wird, weil da wird,
00:20:05: Speaker 1: wenn du
00:20:06: Speaker 1: Zeug auf social media post ist
00:20:08: Speaker 1: bilder von dir in irgendeinem
00:20:10: Speaker 1: social media post ist dann wird
00:20:13: Speaker 1: dein Selbstwertgefühl sozusagen
00:20:16: Speaker 1: Externalisiert weil es geht
00:20:18: Speaker 1: nicht mehr darum ob du dich
00:20:20: Speaker 1: schön findest also ob das kind
00:20:22: Speaker 1: sich schön findet Sondern es
00:20:23: Speaker 1: geht am ende darum wie die wie
00:20:26: Speaker 1: das netz auf das bild reagiert
00:20:29: Speaker 1: und damit bestimmtes
00:20:31: Speaker 1: Fangen die kinder an den wert
00:20:34: Speaker 1: über likes und kommentare zu
00:20:37: Speaker 1: zu definieren und das ist halt
00:20:39: Speaker 1: schmerzhaft. Das ist halt
00:20:42: Speaker 1: richtig schmerzhaft.
00:20:43: Speaker 1: Das macht psychisch krank.
00:20:48: Speaker 1: Es ist nicht süß und witzig.
00:20:50: Speaker 1: Das ist nicht goldig, wenn dein
00:20:52: Speaker 1: sechsjähriges Kind irgendwie
00:20:54: Speaker 1: post wie ein Erwachsener.
00:20:56: Speaker 1: Das ist nicht süß, wenn sich
00:20:58: Speaker 1: deine achtjährige Tochter
00:21:00: Speaker 1: anfängt zu schminken oder deine
00:21:02: Speaker 1: zehn - oder deine zwölfjährige
00:21:03: Speaker 1: Tochter.
00:21:04: Speaker 1: Das ist nicht süß.
00:21:06: Speaker 1: Das ist nicht beeindruckend,
00:21:09: Speaker 1: wenn du zehnjähriger Sohn
00:21:11: Speaker 1: irgendwelche Macho -Posen vorm
00:21:13: Speaker 1: Handy darstellt.
00:21:17: Speaker 2: Also das ist nicht süß, das ist
00:21:20: Speaker 2: eine Sexualisierung der
00:21:21: Speaker 2: Kindheit, das nimmt den Kids die
00:21:24: Speaker 2: Kindheit weg und
00:21:28: Speaker 2: erlaubt dir an der Stelle ein
00:21:30: Speaker 2: bisschen ekelhaft, eine
00:21:31: Speaker 2: ekelhafte Mama oder ein
00:21:33: Speaker 2: ekelhafter Papa zu sein.
00:21:35: Speaker 2: Wir sind als Eltern immer wieder
00:21:36: Speaker 2: gefordert, einfach mal die
00:21:37: Speaker 2: Arschkarte zu ziehen und in
00:21:40: Speaker 2: gewisser Weise für einzelne
00:21:42: Speaker 2: solche Dinge auch gehasst zu
00:21:43: Speaker 2: werden.
00:21:45: Speaker 4: Lass dir aus unserer Erfahrung
00:21:47: Speaker 4: sagen, wir werden es dir später
00:21:48: Speaker 4: danken.
00:21:49: Speaker 1: Absolut.
00:21:50: Speaker 1: Und dann wollen wir dir noch
00:21:51: Speaker 1: zwei
00:21:53: Speaker 1: zwei Hinweise mitgeben oder zwei
00:21:55: Speaker 1: Impulse mitgeben.
00:21:57: Speaker 1: Das eine ist, dass ihr wirklich
00:21:59: Speaker 1: auch als Familie diesen
00:22:01: Speaker 1: Perfektionismus -Drang
00:22:03: Speaker 1: durchbrecht, dass du...
00:22:05: Speaker 1: Also,
00:22:06: Speaker 1: wie
00:22:07: Speaker 1: oft läufst du...
00:22:09: Speaker 1: Und da gibt es natürlich total
00:22:10: Speaker 1: unterschiedliche Menschen,
00:22:11: Speaker 1: das muss man sehen.
00:22:12: Speaker 1: Die einen verlassen nicht
00:22:14: Speaker 1: ungeschminkt ihr Schlafzimmer
00:22:16: Speaker 1: sozusagen, die anderen sind nie
00:22:18: Speaker 1: geschminkt, die Bandbreite ist
00:22:19: Speaker 1: ja riesig.
00:22:21: Speaker 1: Nur halt zu sehen, wie viel mehr
00:22:23: Speaker 1: kannst du
00:22:24: Speaker 1: unperfekt sein, also könnt ihr
00:22:26: Speaker 1: Selfies machen, einfach wo ihr
00:22:28: Speaker 1: Krimassen zieht und wo ihr
00:22:29: Speaker 1: irgendwie richtig scheiße
00:22:31: Speaker 1: ausseht, ja,
00:22:32: Speaker 1: einfach um diese Normalität
00:22:35: Speaker 1: abzubilden,
00:22:36: Speaker 1: anstatt irgend so
00:22:39: Speaker 1: eine Kunstpose.
00:22:43: Speaker 1: Und das
00:22:46: Speaker 1: ist das Erste und das Zweite
00:22:48: Speaker 1: ist,
00:22:50: Speaker 1: Habt den Blick,
00:22:52: Speaker 1: also den Fokus auf Sein statt
00:22:55: Speaker 1: auf Schein.
00:22:57: Speaker 1: Also hör
00:22:59: Speaker 1: auf zu deinem Kind zu sagen, du
00:23:00: Speaker 1: siehst aber süß aus oder das
00:23:02: Speaker 1: sieht aber toll aus, also du
00:23:03: Speaker 1: siehst aber toll aus.
00:23:05: Speaker 1: sondern mach das oder auf dem
00:23:07: Speaker 1: Foto siehst du aber goldig aus
00:23:08: Speaker 1: oder so, sondern mach das.
00:23:11: Speaker 1: Schau mal, da hast du total
00:23:12: Speaker 1: intensiv Lego gespielt oder da
00:23:14: Speaker 1: hattest du Spaß in der
00:23:16: Speaker 1: Badewanne. Guck mal, das Wasser
00:23:17: Speaker 1: ist ganz schwarz, dein Gesicht
00:23:18: Speaker 1: ist auch noch schwarz.
00:23:19: Speaker 1: Ich weiß gar nicht, wo du noch
00:23:20: Speaker 1: überall schwarz warst in dem
00:23:21: Speaker 1: Moment,
00:23:22: Speaker 1: als du da in die Badewanne bist.
00:23:24: Speaker 1: Also so dieses
00:23:28: Speaker 1: Wesen des Kindes hervorheben,
00:23:31: Speaker 1: anstatt den Äußerlichkeiten.
00:23:38: Speaker 1: Und wir sind die erste
00:23:39: Speaker 1: Generation von Eltern, die ihren
00:23:41: Speaker 1: Kindern beibringen müssen, dass
00:23:43: Speaker 1: ihr Gesicht und ihr Körper kein
00:23:45: Speaker 1: Produkt ist.
00:23:50: Speaker 1: Und dass es nicht darum geht,
00:23:53: Speaker 1: eine perfekt inszenierte
00:23:55: Speaker 1: Scheinwelt
00:23:56: Speaker 1: darzustellen,
00:24:01: Speaker 1: sondern dass es darum geht,
00:24:05: Speaker 1: das Leben zu leben.
00:24:07: Speaker 1: Mit allen Sinnen und mit allen
00:24:09: Speaker 1: Emotionen, die dazugehören.
00:24:13: Speaker 1: Und vielleicht nimmst du diese
00:24:15: Speaker 1: Podcast -Folge als Einladung,
00:24:19: Speaker 1: das Handy ab sofort öfter mal in
00:24:22: Speaker 1: der Tasche zu lassen und
00:24:23: Speaker 1: stattdessen einfach
00:24:26: Speaker 1: das, was ihr gerade erlebt,
00:24:28: Speaker 1: zu genießen.
00:24:30: Speaker 2: In dem Wissen,
00:24:31: Speaker 2: dass wenn du am Ende, wenn dein
00:24:33: Speaker 2: Kind 18 ist, wenn du
00:24:36: Speaker 2: 100 Fotos hast von den letzten
00:24:39: Speaker 2: 18 Jahren,
00:24:40: Speaker 2: hast du lang genug, um ein
00:24:42: Speaker 2: schönes Fotoalbum für das Kind
00:24:44: Speaker 2: zum 18. Geburtstag zu machen.
00:24:50: Speaker 1: In diesem Sinne.
00:24:51: Speaker 2: Danke fürs Zuhören.
00:24:52: Speaker 1: Danke fürs Zuhören und
00:24:53: Speaker 1: Zuschauen.
00:24:54: Speaker 1: Wenn dir die Folge gefallen hat,
00:24:56: Speaker 1: lass ein Like da.
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00:24:59: Speaker 2: Bis zum nächsten Mal.
00:25:01: Speaker 3: Dankeschön.
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